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Feb 29 2016

Die Ministererlaubnis ist ein Fehler / Zur Übernahme von Kaiser’s Tengelmann durch die EDEKA

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Die Ministererlaubnis ist ein FehlerZur Übernahme von Kaiser’s Tengelmann durch die EDEKA

29.02.2016

Die Christliche Initiative Romero (CIR) stellt sich mit Blick auf die Beschäftigten in den Supermarkt-Lieferketten gegen die Ministererlaubnis.

Die Christliche Initiative Romero (CIR) stellt sich mit Blick auf die Beschäftigten in den Supermarkt-Lieferketten gegen die Ministererlaubnis. Quelle: „obs/Christliche Initiative Romero“

Berlin/Münster (ots) – Die Erlaubnis, die Sigmar Gabriel der Edeka zur Übernahme von Kaiser’s Tengelmann geben will, betrachtet die Christliche Initiative Romero (CIR) als Fehler – gleich welche Bedingungen der Wirtschaftsminister für die direkten Angestellten des Unternehmens stellt. Heute endet für die Beteiligten die Frist für eine Stellungnahme zu den Bedingungen des Ministers. Noch ist es für ihn also nicht zu spät, sich hinter das Verbot der Übernahme durch das Bundeskartellamt zu stellen und damit gegen eine zunehmende Marktkonzentration, die nicht zuletzt die ProduzentInnen in den Lieferketten der Supermärkte hart träfe.

„Die Fusion ist ein großes Problem für die BäuerInnen hierzulande, aber eine existenzielle Katastrophe für die ProduzentInnen im globalen Süden. Schon heute leiden sie unter dem Marktmachtmissbrauch der großen Supermarktketten“, sagt Sandra Dusch Silva von der CIR.

Edeka hat sich durch Fusion oder Übernahme bereits Spar, trinkgut und Ratio einverleibt, was zu deutlichen Problemen auf den Beschaffungsmärkten führte. Die unfairen Handelspraktiken umfassen beispielsweise die einseitige Senkung der Preise ohne Absprache mit den Zulieferbetrieben, die übermäßige Verlagerung von Kosten und Risiken auf LieferantInnen, kurzfristige Änderungen von Bestellungen oder die Berechnung von Strafen, wenn Liefermengen, beispielsweise durch Ernteausfälle, nicht erfüllt werden. Nach der Übernahme der rund 200 trinkgut Märkte entstand im Bereich alkoholfreie Getränke ein marktbeherrschendes Oligopol bestehend aus Edeka, Rewe und der Schwarz Gruppe. Die Situation in Brasilien, wo beispielsweise der Orangensaft der EDEKA Eigenmarken angebaut und zu Saft verarbeitet wird, ist dramatisch. „Wir haben in Brasilien sklavenähnliche Zustände gesehen und die EDEKA profitiert auf dem Rücken der Ärmsten“, so Dusch Silva, Verfasserin der Studie Ausgepresst – Hinter den Kulissen der Orangensaft-Industrie.

Eine Übernahme von Kaiser’s Tengelmann durch die EDEKA würde zu einer Konsolidierung dieser Monopolstellung führen und damit die einseitige Abhängigkeit der Produzierenden von einigen wenigen marktbeherrschenden Unternehmen verschärfen.

DIE CHRISTLICHE INITIATIVE ROMERO e.V.

Die Christliche Initiative Romero (CIR) setzt sich seit 1981 für Arbeits- und Menschenrechte in Ländern Mittelamerikas ein. Schwerpunkt ihrer Arbeit ist die Unterstützung von Basisbewegungen im Süden, sowie die Kampagnen- und Bildungsarbeit in Deutschland. Die CIR engagiert sich seit langem für faire Lieferketten von europäischen Supermärkten, derzeit als Leiterin der SUPPLY CHA!NGE Kampagne. Ein Schwerpunkt der Kampagne ist die Herbeiführung eines Verbots unfairer Handelspraktiken (Unfair Trading Practics, UTP) auf EU-Ebene. In einer Studie zu den Produktionsbedingungen von Orangensaft aus Konzentrat in Brasilien fand die CIR vielfache Belege für die Auswirkung der Handelsmonopolisierung auf die Situation von KleinbäuerInnen und ArbeiterInnen auf Plantagen.

Zum Thema Organgensaft und der Studie „AUSGEPRESST“: www.ci-romero.de/presse_o-saft_studie

Weitere Informationen zur Kampagne: www.supplychainge.org

 

 

 

Quelle: Die Ministererlaubnis ist ein Fehler / Zur Übernahme von Kaiser’s Tengelmann durch die EDEKA | Pressemitteilung Christliche Initiative Romero

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